Monatsarchiv für August 2009

 
 

Die Abschlussarbeit als Karrieresprungbrett

In Deutschland werden pro Jahr etwa eine Viertelmillion Abschlussarbeiten verfasst, doch kaum jemand liest sie. Den Großteil von ihnen bekamen höchsten der Prüfer und vielleicht einige Familienmitglieder und Freunde zu sehen. Und so verstaubt in den Regalen, was in den meisten Fällen eine Menge Hirnschmalz gekostet hat und den Höhepunkt der eigenen akademischen Laufbahn darstellen soll.

Die Abschlussarbeit – eine Empfehlung für den Job

Doch es geht auch anders: Einige Studierende haben die Abschlussarbeit als cleveres Marketinginstrument in eigener Sache entdeckt und nutzen ihr Werk als Karrieresprungbrett. Um dabei keine Bauchlandung zu machen, sollte man sich früh über seine Zukunftsvorstellungen klar werden. Denn die Arbeit kann den Türöffner in den Traumberuf darstellen: Während die Chefs früher nur auf die Abschlussnote schauten, interessieren sie sich heute ebenfalls für das Thema der Abschlussarbeit. Und steht dieses in direkter Verbindung mit dem angebotenen Job und unterstreicht so die Qualifikation des Bewerbers, steigen seine Chancen auf einen erfolgreichen Karrierestart rapide an.

Denn so beweist er nicht nur seine Fähigkeit, eine wissenschaftliche Arbeit vollenden können, sondern gleich auch noch seine Eignung für den angestrebten Beruf.

Riesenchance: Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben

Immer mehr Unternehmen bieten Studierenden die Möglichkeit, im Rahmen eines Diplomandenvertrags im Auftrag der Firma zu forschen. Es liegt in ihrem Interesse, für das Unternehmen wichtige und relevante Gebiete erforschen zu lassen und  neue Denkanstöße aus der Arbeit der Studierenden zu gewinnen. Dabei geben sie entweder Themen vor oder lassen sich vom Forschungsgegenstand des Absolventen überzeugen.

Der Studierende profitiert ebenfalls von dieser Öffnung, muss aber wachsam bleiben: Schon öfter ist es passiert, dass Unternehmensleitungen die Abgabe der Arbeit verhindert und dem Prüfer die Einsicht verwehrt haben. Sie wiesen dabei auf die vertraglich vereinbarte Geheimhaltung hin und bestanden auf der Absprache mit dem Diplomanden. Solche Verträge können außerdem eine Klausel zur vollständigen Abtretung der Urheberrechte an das Unternehmen enthalten – eine unschöne Praxis, die der Studierende nur mit extremer Wachsamkeit entgegentreten kann. Die Arbeits-/Diplomandenverträge sollten vor der Unterschrift sorgfältig geprüft werden, möglicherweise fällt auch das Arbeitsfeld auf dem Papier wesentlich größer aus, als eigentlich vereinbart wurde.

Die beste Eigenwerbung

Ist es gelungen, alle Klippen zu umschiffen, bietet sich dem Studierenden eine hervorragende Gelegenheit: er kann vom Wissen der Kollegen und den Möglichkeiten des Unternehmens profitieren und sich mit einer überzeugenden Arbeit unentbehrlich machen. Einem großen Teil der Diplomanden gelingt dies – sie werden direkt übernommen und können sofort im Job durchstarten.

Vor allem Natur- und Wirtschaftswissenschaftler schreiben ihre Abschlussarbeit in Unternehmen, doch auch alle anderen Studierenden können sich über ihr Werk empfehlen. Man muss es nur verstehen, seine Arbeit für sich sprechen zu lassen und dadurch an Überzeugungskraft zu gewinnen. Jedem Studierenden sei angeraten, diese Chance zu nutzen und die Arbeit ihre volle Wirkungskraft entfalten zu lassen. Und dies geht am besten, wenn sie eben nicht im Regal verstaubt, sondern den Chefs unter die Nase gehalten oder vielleicht sogar von einem Verlag angeboten und verkauft wird.

Netzwerke nützen der Karriere

Früher war der Begriff des Vitamin B eher negativ konnotiert und stand für Vetternwirtschaft und das Ausnutzen von Beziehungen, um sich Vorteile zu erschleichen. Heute hat man verstanden, dass erfolgreiches Networking für die eigene Karriere eigentlich unabdingbar ist.

Denn wer auf der Karriereleiter seinen Weg nach oben fortsetzen will, ist dabei auf andere angewiesen. Beförderungen werden nur selten aufgrund von Fähigkeiten ausgesprochen, als viel entscheidender haben sich die persönlichen Beziehungen erwiesen. Dies erscheint nur auf den ersten Blick unfair – auf den zweiten Blick erkennt man die Tatsache als logische Konsequenz. Denn was nützen herausragende Leistungen, wenn sie nicht an den richtigen Stellen wahrgenommen werden? Die Präsentation der eigenen Person kann zwar die erfolgreiche Arbeit nicht ersetzen, sollte aber auf keinen Fall vernachlässigt werden. Denn auch der beste Mitarbeiter ist darauf angewiesen, sein Können zeigen zu dürfen.

Empfehlungen beschleunigen den Aufstieg

Dabei helfen persönliche Netzwerke. Diese nehmen ihren Ursprung sowohl in Organisationen und Verbänden als auch im eigenen Kollegen- und Bekanntenkreis. Während die formellen Netzwerke eine feste Struktur vorweisen und sich die Mitglieder regelmäßig treffen, ist man selbst der Ausgangspunkt des informellen Netzwerks.

Formelle Netzwerke, Vorträge, Lesunge und auch Parties sind hervorragend geeignet, um den Grundstein seines eigenen Networks zu legen. Diese Zusammentreffen bieten die Möglichkeit, ungezwungen mit anderen Menschen in Kontakt zu treten und anregende Gespräche zu führen. Tritt man sympathisch und interessant auf, ist der erste Schritt getan. Bleibt man dem anderen im Gedächtnis, wird er der Visitenkarte oder Telefonnummer tatsächlich eine Person zuordnen können, sodass die Kontaktaufnahme durchaus als gelungen bezeichnet werden darf.

Networking lebt vom Geben und Nehmen

Wer in diesem Punkt seine Bemühungen allerdings wieder einstellt, kann seinem persönlichen Netzwerk de facto beim Schrumpfen zusehen. Denn nichts ist wichtiger, als in Kontakt zu bleiben und sich regelmäßig auszutauschen. Diese Korrespondenz sollte nicht nur sporadisch oder in dringenden Fällen erfolgen. Nur bei intensiver Pflege wächst und gedeiht das zarte Pflänzchen des eigenen Netzwerks.

Der schlechte Ruf der B-Vitamine resultiert aus dem schlichten Fakt, dass eine Seite durch das Ausnutzen der Geschäftsbeziehungen wesentlich stärker profitiert. An diesem Punkt wird deshalb der Unterschied zu einem gesunden sozialen Netzwerk deutlich, denn dieses erfordert ein Gleichgewicht des Gebens und Nehmens. Egal ob im Kleinen, wenn interessante Informationen und Karrierewissen ausgetauscht werden, oder im Großen, wenn Unterstützung bei der Jobsuche gewährt wird: beide Seiten ziehen ihre Vorteile aus der Bekanntschaft.

Online-Netzwerke als sinnvolle Ergänzung

Social Networks im Internet unterstützen das Knüpfen und Pflegen von Kontakten, können aber die klassische Face-to-Face-Situation nicht ersetzen. Sie helfen dabei, schnell und unkompliziert eine Verbindung aufzunehmen – wer sich aber nur per E-Mail und Message austauscht, vergibt eine Menge Potenzial. Auch wenn vielleicht schnelle Erfolge gefeiert werden können, Netzwerke leben vom persönlichen Kontakt.

Dieser persönliche Kontakt kann und wird sich in Form von neuen Kontakten und Empfehlungen auszahlen. Voraussetzung dafür ist eine intensive und professionelle Pflege der aufgebauten Geschäftsbeziehungen.

Online-Stellenangebote

Die Zahl der Online-Stellenangebote wächst und wächst. Grund dafür ist die zunehmende Bedeutung des Internets, auch im Bereich der Jobsuche. Laut einer Studie des Verbandes BITKOM schreiben bereits 94 Prozent aller deutschen Unternehmen offene Stellen im weltweiten Netz aus. Die Angebote werden vornehmlich auf Jobbörsen platziert, doch auch die eigene Firmenpräsenz hält immer öfter Stellenangebote bereit.

Für den Suchenden ergibt sich durch die fortschreitende Nutzung des Internets zur Mitarbeitergewinnung die Möglichkeit, eine Vielzahl von potenziell passenden Jobangeboten finden und darauf reagieren zu können. Etwa sieben Millionen Menschen haben sich bereits über das Internet für einen Job beworben und es ist davon auszugehen, dass diese Zahl in den nächsten Jahren weiter wachsen wird.

Weniger Stellenangebote in Zeitungen

Das Internet ist bereits heute das zentrale Medium, wenn man sich auf die Suche nach einem Job begibt. Zeitungen als klassische Anbieter von Stellenanzeigen sind allerdings noch nicht in der Bedeutungslosigkeit versunken und werden auch in den nächsten Jahren eine wichtige Rolle bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter spielen. Vor allem die Suche nach einfachem Personal wird wohl erstmal weiterhin auf dem Papier stattfinden. Ihr Anteil am Markt, der momentan knapp über 80 Prozent beträgt, wird zugunsten der Online-Jobbörsen weiter schrumpfen.

Online-Stellenbörsen dominieren den Markt

In diesen Jobbörsen werden etwa 60 Prozent aller online verfügbaren Jobs angeboten. Auf den Internetseiten der einzelnen Firmen (50 Prozent), in Branchenverzeichnissen und in sozialen Netzwerken wie Xing und Facebook (jeweils 25 Prozent) findet der Suchende weitere Angebote.

Jobs für Fach- und Führungskräfte werden mittlerweile fast ausschließlich über das Internet angeboten – es lohnt sich, unterschiedliche Stellenbörsen nach Jobs zu durchforsten und auch die Webseiten potentieller Arbeitgeber auf attraktive Jobangebote zu überprüfen. Einige Stellenbörsen sind speziell auf die Bedürfnisse der Manager, Akademiker und Topleute zugeschnitten. Sie bieten Zugriff auf gutbezahlte Jobs in erfolgreichen Unternehmen und ermöglichen zudem den Zugang zu führenden Personalberatern.

Online-Bewerbung wird zum Standard

Neben der Ausschreibung von Stellen wird das Internet auch bei der eigentlichen Bewerbung immer wichtiger: Das postalische Versenden der Unterlagen ist oft gar nicht mehr vorgesehen. Diese Entwicklung bringt dem Bewerber eigentlich nur Vorteile. Er kann in kürzester Zeit (und mit minimalem finanziellen Aufwand) eine große Anzahl von E-Mails verfassen und wesentlich direkter mit dem potenziellen Arbeitgeber in Kontakt treten.

Der nächste Karriereschritt ist oft nur einen Mausklick entfernt – und damit schneller getan, als ursprünglich gedacht.