Die Abschlussarbeit als Karrieresprungbrett

In Deutschland werden pro Jahr etwa eine Viertelmillion Abschlussarbeiten verfasst, doch kaum jemand liest sie. Den Großteil von ihnen bekamen höchsten der Prüfer und vielleicht einige Familienmitglieder und Freunde zu sehen. Und so verstaubt in den Regalen, was in den meisten Fällen eine Menge Hirnschmalz gekostet hat und den Höhepunkt der eigenen akademischen Laufbahn darstellen soll.

Die Abschlussarbeit – eine Empfehlung für den Job

Doch es geht auch anders: Einige Studierende haben die Abschlussarbeit als cleveres Marketinginstrument in eigener Sache entdeckt und nutzen ihr Werk als Karrieresprungbrett. Um dabei keine Bauchlandung zu machen, sollte man sich früh über seine Zukunftsvorstellungen klar werden. Denn die Arbeit kann den Türöffner in den Traumberuf darstellen: Während die Chefs früher nur auf die Abschlussnote schauten, interessieren sie sich heute ebenfalls für das Thema der Abschlussarbeit. Und steht dieses in direkter Verbindung mit dem angebotenen Job und unterstreicht so die Qualifikation des Bewerbers, steigen seine Chancen auf einen erfolgreichen Karrierestart rapide an.

Denn so beweist er nicht nur seine Fähigkeit, eine wissenschaftliche Arbeit vollenden können, sondern gleich auch noch seine Eignung für den angestrebten Beruf.

Riesenchance: Abschlussarbeit im Unternehmen schreiben

Immer mehr Unternehmen bieten Studierenden die Möglichkeit, im Rahmen eines Diplomandenvertrags im Auftrag der Firma zu forschen. Es liegt in ihrem Interesse, für das Unternehmen wichtige und relevante Gebiete erforschen zu lassen und  neue Denkanstöße aus der Arbeit der Studierenden zu gewinnen. Dabei geben sie entweder Themen vor oder lassen sich vom Forschungsgegenstand des Absolventen überzeugen.

Der Studierende profitiert ebenfalls von dieser Öffnung, muss aber wachsam bleiben: Schon öfter ist es passiert, dass Unternehmensleitungen die Abgabe der Arbeit verhindert und dem Prüfer die Einsicht verwehrt haben. Sie wiesen dabei auf die vertraglich vereinbarte Geheimhaltung hin und bestanden auf der Absprache mit dem Diplomanden. Solche Verträge können außerdem eine Klausel zur vollständigen Abtretung der Urheberrechte an das Unternehmen enthalten – eine unschöne Praxis, die der Studierende nur mit extremer Wachsamkeit entgegentreten kann. Die Arbeits-/Diplomandenverträge sollten vor der Unterschrift sorgfältig geprüft werden, möglicherweise fällt auch das Arbeitsfeld auf dem Papier wesentlich größer aus, als eigentlich vereinbart wurde.

Die beste Eigenwerbung

Ist es gelungen, alle Klippen zu umschiffen, bietet sich dem Studierenden eine hervorragende Gelegenheit: er kann vom Wissen der Kollegen und den Möglichkeiten des Unternehmens profitieren und sich mit einer überzeugenden Arbeit unentbehrlich machen. Einem großen Teil der Diplomanden gelingt dies – sie werden direkt übernommen und können sofort im Job durchstarten.

Vor allem Natur- und Wirtschaftswissenschaftler schreiben ihre Abschlussarbeit in Unternehmen, doch auch alle anderen Studierenden können sich über ihr Werk empfehlen. Man muss es nur verstehen, seine Arbeit für sich sprechen zu lassen und dadurch an Überzeugungskraft zu gewinnen. Jedem Studierenden sei angeraten, diese Chance zu nutzen und die Arbeit ihre volle Wirkungskraft entfalten zu lassen. Und dies geht am besten, wenn sie eben nicht im Regal verstaubt, sondern den Chefs unter die Nase gehalten oder vielleicht sogar von einem Verlag angeboten und verkauft wird.


 
 
 

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